Vergabeverfahren zur Rathaussanierung oder Neubau - 24.9.18

Vergabeverfahren - Verfahrensbegleiter - Auslobungskriterien

© Foto von Burkhard Volkholz

Stellungnahme der CDU-Fraktion im Gemeinderat am 24.9.18 von Burkhard Volkholz

Wenn man in den letzten Jahren mit unseren Bürgern über das in die Jahre gekommene Rathaus diskutiert hat, forderten die einen eine Sanierung und die anderen einen Abriss und Neubau. Einig war man sich lediglich über den Standort: das Rathaus muss am Marktplatz stehen! Allerdings wurden kaum sachliche Argumente genannt, sondern die Meinung folgte eher einem Bauchgefühl.

Auch in der Verwaltung und im Gemeinderat waren zu Beginn der Diskussion ähnliche Gedanken zu vernehmen. Doch inzwischen stimmen wir überein, dass bei diesem „Halb-Jahrhundertbau“ Emotionen nicht weiterhelfen, sondern nur handfeste, sachliche und fachliche Argumente für eine überzeugende Lösung.

Daher begrüßt die CDU-Fraktion das vorgestellte Verfahren mit einem vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb und dem anschließenden Realisierungswettbewerb. Vorteile:

1. Aus der Vielzahl der Wettbewerbsergebnisse erhalten wir neue Ideen und sachliche, fachliche Fakten für beide Lösungen: Sanierung und Neubau!!
2. Wir erhalten realistischere Kostenschätzungen! Denn die bisher ermittelten Kosten von je rund 10 Mill. € erscheinen kaum nachvollziehbar (z.B. im Vergleich mit dem Bau „Haus des Kindes“, was allein schon 7-8 Mill. € kosten wird). Die bisherige Schätzung erinnert an den Bau unseres heute nicht mehr wegzudenkenden Kulturhauses: eingestiegen sind wir damals mit rund 5 Mill. DM und Ende waren es 13,32 Mill. Euro (davon rund 5 Mill. € Zuschüsse von Bund und Land).

Womit klar sein dürfte: das neue Rathaus wird so oder so teuer werden, vor allem dann, wenn man die Nebenkosten, die Einrichtung sowie eine neue Marktplatzgestaltung und möglicherweise unterirdische Stellplätze hinzurechnet. Daher war es für alle sehr hilfreich, dass sich Verwaltung und Gemeinderat im Vorfeld intensive Gedanken gemacht haben:

- Wir wollen ein repräsentatives Gebäude für eine moderne Verwaltung einer Großen Kreisstadt - es soll funktional, wirtschaftlich, energetisch und ökologisch auf neuestem Stand sein.
- Auf die Bibliothek können wir aus Platzgründen am aktuellen Standort verzichten - es bahnen sich andere Lösungen an.
- In jedem Fall sollten wir das seit Jahren geforderte Bürgerbüro - erste Anlaufstelle im Rathaus - endlich realisieren.
- Wichtig sind uns auch die Neugestaltung des Rathaus-Vorplatzes oder der "Neuen Mitte" in Laupheim, einschliesslich ausreichender Stellplätze für Verwaltung und Bürger (ggf. in einer teuren Tiefgarage).

Doch genug... der Wettbewerb wird sicherlich noch viele andere gute Ideen hervorbringen. Daher ist es mehr als notwendig, dass wir heute einen fachlich kompetenten Verfahrensbegleiter beauftragen und eine sachverständige Jury bilden mit Personen des Gestaltungsbeirates und externen, erfahrenen Fachpreisrichtern. Für noch mehr Fachkompetenz, schlagen wir vor, auch die Architektenkammer in Stuttgart mit ins Boot zu nehmen. Außerdem sollte überlegt werden, ob für das Wettbewerbsverfahren einige anerkannte Architekten vorausgewählt und gesetzt werden - rechtlich scheint das zulässig. Es würde den fachlichen Level noch höher setzen.

Ziel: Wir wollen die beste Lösung für unser Rathaus!

Bei dem ganzen Verfahren muss aber auch der Gemeinderat ständig und transparent informiert und einbezogen werden, denn er hat die letzte Entscheidungskompetenz. Auch die Bevölkerung und vor allem die betroffenen Nachbarn sind begleitend zu informieren und mitzunehmen, damit Einsprüche und juristische Auseinandersetzungen wie beim Laupheim Hof oder Parkhaus vermieden werden.

Zusammengefasst: CDU-Fraktion freut sich über den heutigen Startschuss und spannende Wettbewerbsergebnisse. Wir stimmen der Beschlussvorlage gerne zu!