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Weiterentwicklung Museum und kommunales Kino - 17.7.17

Weiterenwicklung des Museums zur Geschichte von Christen und Juden durch ein Kommunales Kino

Stellungnahme der CDU-Fraktion durch Dr. Christian Biffar im Gemeinderat am 17.07.2017

Zuerst sei Herrn Dr. Niemetz gedankt für die gelungene Sitzungsvorlage, die in Konzeption, Inhalt und Analytik treffender nicht hätte sein können. Alle Aspekte und Zusammenhänge sind perfekt aufbereitet, hergeleitet und verknüpft. Besser kann man dieses Thema nicht vorbereiten, Chapeau!

Die Carl-Lämmle-Stadt Laupheim ohne Kino? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit möchte man meinen. Unter den Bürgern und im Besonderen unter den jüngeren Einwohnern steht immer wieder der Wunsch nach einem Kino weit vorn. In STEP 2020 ist der Wunsch generationenübergreifend sogar schriftlich priorisiert.

Uns Allen muss klar sein, dass ein rein kommerzielles Kino in dem in mehreren Sälen die neuesten Blockbuster vom Start an täglich in mehreren Vorstellungen gezeigt werden wirtschaftliche Utopie sind. Die großen, technisch auf dem neuesten Stand ausgebauten Säle in Ulm und Biberach decken den Bedarf bereits etabliert ab. Die in Laupheim zu generierenden Besucherzahlen für ein rein kommerzielles kleines Kino sind für die großen Kinoanbieter wirtschaftlich zu risikoreich. Ein Engagement von außen ist wohl nicht zu erwarten. Nicht umsonst hat das letzte –wenn auch traditionsreiche- Kino Laupheims zur Jahrtausendwende seine Tore für immer geschlossen. Außerordentlich schade übrigens, denn der Charme des Hauses und das Kinoerlebnis -und das war es im Wortsinn- suchte seines gleichen!

Nun, Laupheim wäre nicht Laupheim, wenn es nicht Lösungen gefunden hätte. De facto haben wir mit dem derzeitigen Kino in der Carl-Lämmle Ausstellung ja bereits einen Grundstein gelegt. Die Tatsache, daß seit über 10 Jahren eine feste, enthusiastische Fangemeinde zum Stammpublikum geworden ist, zeigt doch wie sehr wir schon auf dem richtigen Wege sind.

Die Vorlage formuliert so schön den „filmkulturellen Bildungsauftrag des Standortes“ Das heißt auf deutsch: Laupheim braucht nicht nur aus seiner Historie heraus ein Kino, es steht geradezu in der Pflicht. Damit ist weder gemeint gelegentlich Filme in irgendeiner provisorisch bestuhlten Aula oder Turnhalle zu zeigen noch einen weiteren Abmangelposten im Haushalt durch ein kommerzielles Kino zu generieren. Beides wäre zum Scheitern verurteilt.

Das Potential zur erfolgreichen Etablierung eines Kinos in Laupheim ist eindeutig in Verbindung mit dem Museum zur Geschichte von Christen und Juden zu sehen. Nur hier in unmittelbarer Anbindung an Museum, Kulturhaus und Schloss mit all seiner Infrastruktur und bereits etablierten Öffentlichkeitswahrnehmung als überregional bekannte Kuturstätte kann ein Kino erfolgreich sein.

Unser Kino hat in seiner kleinen Fangemeinde bereits jetzt Kultstatus! Es stößt nur in seiner Räumlichkeit und Ausstattung an seine Grenzen. Die gezeigten neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Sudhaus ermöglichen dank vorhandener Technikgrundlage und bestehender Verbindung zum Museum eine ideale Umsetzung eines Kinosaales ohne tiefgreifende bauliche Maßnahmen oder Investitionen in ein neues Gebäude. Das Kino wäre als mögliche eigene Abteilung des Museums oder des Kulturhauses einfach zu integrieren. Die technische Ausstattung könnte sicher auch mit gebrauchten Vorführgeräten auf einen adäquaten Stand gebracht werden, so dass die Kosten zügelbar würden.

Die multifunktionale Nutzbarkeit mit Kapazität für 100 Besucher und kleiner Bühne bietet die Möglichkeit für Kongresse, Meetings und Events. Es wäre eine sinnvolle und lukrative Ergänzung und Erweiterung des Angebotes des Kulturhauses. Mainstreamkino gibt es zur Beliebigkeit genug! Und wer nicht aus dem Haus will, der streamt sich die Filme aus dem Internet. Warum also noch ein Kino?

„Kino im Schloß“ - „Kultkino in Laupheim“

Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Das Programm macht die Attraktivität. Den Bogen zu spannen von Programmkino über independence Filme, Filmkunst, Eventkino mit Popcorn werfen, Bollywoodkino mit Laupheimer Holifestival, lange Filmnacht, Sneakpreviews, Wunschkino, Open-air Kino im Sommer, Autokino auf dem Kulturhausparkplatz, Konzertkino, Liveübertragungen aus großen Konzerthäusern, auch klassisch, mit Besuchern in Abendgarderobe, Filmemacher einladen, geschichtlichen Bezug im Kino, offene Diskussionsabende nach Film ggf. mit den Filmemachern, Lehrfilme, Filmwerkstatt mit VHS und Schulen, Projekttage in Verbindung mit den Filmhochschulen, Jugendarbeit, Filmwettbewerbe, Kinogeschichte, technische Kinogeschichte, Videohappenings, eine eigene App mit Programm und Interaktivität , die Reihe lässt sich noch lange fortsetzten.

Wie weitreichend die Verknüpfungen und Synergien mit unserem Museum und der Museumspädagogik sind, weist die Expertise der Sitzungsvorlage beeindruckend aus. Sie führen zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung und Außenwirkung für Laupheim und sein Museum. Ein Programm und ein Ambiente schaffen in unserem „Kultur hotspot“ am Schloss das Kino wieder zum Erlebnis macht.

Mit bestehender Infrastruktur und unschlagbarem Ambiente in gewachsener historischer Umgebung. Ein Flair das seines gleichen suchen wird. Ein Ort den man bewusst aufsucht um Kino zu erleben an dem man dank Gastronomie, Feeling und Atmosphäre sitzen bleiben möchte um über den Film zu reden, statt wie sonst nach dem Kino ins Parkhaus zu rennen und mit allen Anderen im Stau auf der Fahrt zur langweiligen heimischen Couch zu stehen. In Verbindung mit einer begleitenden Erweiterung der Ausstellung durch die Exponate des Film-und Kinomuseums Baden-Württemberg entsteht eine weitere neue Museumsattraktion. Eine einmalige Gelegenheit, die Attraktivität unseres Museums weiter voranzubringen.

In dieser Konstellation haben wir mit unserem Konzept eines kommunalen Kinos in Laupheim ein überregionales Alleinstellungsmerkmal. „Kino im Schloss“ muss eine Marke werden!

Jetzt ist auch der Zeitpunkt um im Schwung und der Begeisterung des so erfolgreich gestarteten Produzentenpreises die Beziehungen und neu geknüpften Kontakte zur Filmindustrie zu nutzen! Eine Allianz zu schmieden aus Vereinen, z.B. dem gemeinnützigen Carl-Lämmle Förderverein, der Stadt, den Kulturträgern und Kennern der Szene wie Adrian Kutter und dem bereits wachsenden Kreis der begeisterten Kino-Unterstützer sollte gelingen.

Zur Überbrückung der Anfangszeit gilt es alle möglichen Zuschussquellen auszuloten. Bis dann nach 2 Jahren die Unterstützung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg greift. Laupheim hat´s drauf! Wenn es drauf ankommt, schaffen wir gemeinsam Alles! Das haben wir oft genug bewiesen. Wir können das!

Die CDU Fraktion geht gerne mit und befürwortet die Beschlussvorlage das ehrenamtliche Engagement für ein kommunales Kino zu sondieren und ein Feinkonzept zu erstellen.