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Keine Termine in der Sommerpause

Neues Wohngebiet "Am Mäuerle": Klare Strukturen statt "vogelwild" - 19.7.17

Stadträte fassen Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplanentwurf

So stellt sich der Architekt Jörg Aldinger das neue Wohngebiet "Am Mäuerle" vor. Im Vordergrund die Hasenstraße, über einen Verkehrskreisel geht es in die Straße Steigle. Foto: Aldinger Architekten/SVL

Von Roland Ray

Laupheim - 160 bis 180 Wohneinheiten sollen in dem Wohngebiet "Am Mäuerle" entstehen. Einstimmig hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats am Montag beschlossen, den Bebauungsplanentwurf öffentlich auszulegen.

Der Entwurf berücksichtige bestmöglich die Ansprüche der Grundstückseigentümer und setze städtebauliche Ansprüche in Planungsrecht um, heißt es in der Sitzungsvorlage des Baudezernats. Um den Belangen der Eigentümer gerecht zu werden und die freiwillige Umlegung zu einem guten Abschluss zu bringen, werde der Geltungsbreich des Bebauungsplans südlich des Steigle zur Hasenstraße hin vergrößert. Dergestalt können weitere Flächen für Einfamilienhäuser erschlossen werden.

Das 5,5 Hektar große Areal im Laupheimer Süden ist eine der letzten größeren Wohnbauflächen am Rand der Kernstadt. Ein Teil der Flächen gehört der Sparkasse Immobilien BC. Verkehrstechnisch erschlossen wird das Baugebiet über das Steigle, das als Querverbindung zwischen Hasen- und Lange Straße ertüchtigt werden soll.

Das Baugebiet liege am Übergang vom Siedlungsrand zur freien Landschaft, erläuterte Prof. Jörg Aldinger (Aldinger Architekten, Stuttgart), der im Auftrag der Stadt ein städtebauliches Konzept erarbeitet hat. Sein Entwurf setzt auf homogene Strukturen und eine bestimmte Gebäudetypologie. Im Bereich Steigle/Hasenstraße soll ein höheres Gebäude, im Vorentwurf fünfgeschossig, eine Landmarke setzen ("wie ein Stadttor") und den Stadteingang erlebbar machen. Entlang der Straße Steigle reihen sich Mehrfamilienhäuser mit drei bis vier Geschossen, sogenannte Punkthäuser mit quadratischem Grundriss und einheitlicher Dachform. Auch im Bereich des Mäuerle sind größere Baukörper vorgesehen. Die Geschossbauten umrahmen ein Gebiet in der Mitte für Einfamilien- und Doppelhäuser, ebenfalls in Linie angeordnet und in kubischer Formensprache; bei ihnen sind unterschiedliche Dachformen möglich.

Bis zu 400 Menschen sollen in dem neuen Wohngebiet leben. In einem der Punkthäuser will die Stadt eine Kita einrichten, auch ein Spielplatz ist eingeplant. Die Mehrfamilienhäuser sollen Tiefgaragen bekommen. Die Stadt hat die Möglichkeit, auf einem eigenen Grundstück zusätzliche öffentliche Stellplätze anzubieten.

Die von Aldinger gezeichneten klaren Strukturen seien deutlich gefälliger als das "vogelwilde" Durcheinander von Baustilen etwa in Ringelhausen III, sagte Christian Striebel (CDU). Andere fragten sich, ob die Vorgaben nicht zu streng geraten sind. Es werde genügend Individualität einkehren, beruhigte Aldinger. Sein Konzept lege Wert auf Strukturen, ohne die Leute zu gängeln. Im Übrigen: "Wir schaffen nur den Rahmen. Lokale Planer und Baufirmen sollen die Häuser bauen."

Anja Reinalter (OL) regte an, ein städtisches Wohnprojekt auf den Weg zu bringen. Sie wies auf den nahe gelegenen Militärflugplatz und den Fluglärm hin: "Das muss man wissen an der Stelle."

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Ausgabe Laupheim vom 19.07.2017