In der Schule warten noch Hausaufgaben - 9.3.18

Im Bihlafinger Ortschaftsrat gibt's am städtischen Haushaltsplan wenig zu meckern

Von Reiner Schick

Bihlafingen - Fast ausschließlich glückliche Gesichter gab es am Mittwochabend im Bihlafinger Ortschaftsrat bei der Vorstellung des städtischen Haushaltsplans für das Jahr 2018 durch Oberbürgermeister Gerold Rechle und die stellvertretende Kämmerin Elena Breymaier. Von den geplanten Rekordinvestitionen in Höhe von 28 Millionen profitiert auch der Teilort, wobei allein der Anbau für den Kindergarten Spatzennest, die ersten Ausgaben für den Neubau der Sporthalle und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos mit insgesamt fast 900 000 Euro zu Buche schlagen. Dem Planentwurf stimmten die Räte denn auch einhellig zu.

"Wir können uns glücklich schätzen, dass wir so großzügig bedacht werden", sagte Ortvorsteherin Rita Stetter über das Zahlenwerk. "Wir können nun Projekte umsetzen, auf die wir jahrelang hingearbeitet haben." An erster Stelle stehe der Neubau einer Sporthalle mit Küche, mit der Planung habe man bereits begonnen. "Wir haben einen guten Entwurf ausgewählt, und ich hoffe, dass es jetzt zügig weitergeht." Nächste Schritte seien die Festlegung eines Zeitplans und die Beauftragung eines Fachplaners. Von den veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro sollen in diesem Jahr 300 000 Euro für die Planung ausgegeben werden, im Jahr 2019 ist eine Million Euro eingeplant.

Aus dem Ratsgremium gab es auch Kritik, dass die dringend notwendige Sanierung der angrenzenden Schule nun doch nicht, wie ursprünglich erwogen, mit dem Sporthallen-Neubau verknüpft wurde. "Wir haben das bewusst entkoppelt", erklärte die Ortsvorsteherin. "In den 2,5 Millionen sind einfach keine Mittel für die Schule drin", sagte sie und verwies auf das "überzeugende Konzept" des ausgewählten Planentwurfs des Stuttgarter Architektenbüros Birk, Heilmeyer und Frenzel. Doch auch Rita Stetter betonte, dass die Schulsanierung nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Die bereitgestellten Mittel für den Brandschutz in Höhe von 68.000 Euro reichten nicht aus. "Wir müssen das Dach reparieren, da es reinregnet, und die Toiletten." Diese seien nicht nur veraltet, sondern liegen außerhalb des Schulhauses, das die Kinder dann verlassen müssten. Das sei ein Aufsichtsproblem für die Lehrer. "Dieses Thema sollten wir angehen, wenn wir den schimmeligen Turnhallentrakt abbrechen. Sonst leidet die Substanz und der Schimmel zieht noch weiter ins Schulgebäude. Derzeit sind die Klassenzimmer noch verschont."

Erfreut zeigte sich Rita Stetter darüber, dass die Stadtverwaltung "in Sachen Kindergartenanbau so schnell reagiert" und insgesamt 410 000 Euro, davon 307 000 Euro in diesem Jahr, eingeplant habe. Es sei Eile geboten, denn schon im September gebe es zusätzlichen Platzbedarf, und auch Ganztagesbetreuung werde nachgefragt. Und auch im Altbau des Kindergartens müssten die Toiletten baldmöglichst saniert werden.

Weitere große Posten im Haushalt für Bihlafingen sind der Kauf eines neuen Löschfahrzeugs für die Feuerwehr (270 000 Euro), das bereits im vergangenen Jahr hätte angeschafft werden sollen, sowie der Grunderwerb für die Bereitstellung von weiteren Bauplätzen im Gebiet "Hinter der Kirche 2" (250 000 Euro). Positiv bewertet wurde im Rat das im Verwaltungshaushalt eingestellte Ortsteilbudget in Höhe von 20 000 Euro, über das der Ortschaftsrat selbst verfügen kann. Allerdings müssten hierfür noch "Spielregeln" festgelegt werden, erklärte Rechle. Etwas knapp bemessen seien, so Rita Stetter, die 17 000 Euro für die Straßenunterhaltung.

Als großes Problem nannte die Ortsvorsteherin die fehlenden Unterstellmöglichkeiten für die Gerätschaften des Fronmeisters. Der neue Kipper stehe im Freien und beginne zu rosten. Über die Wintermonate habe ein Landwirt einen kleinen Teil seiner Feldscheuer zur Verfügung gestellt - ohne Licht und eiskalt. Ebenso Handlungsbedarf sieht sie bei der Sanierung des veralteten Kanals im Hans-Keller-Weg.

Ortschaftsrat Peter Fritzenschaft sprach von einem "tollen Haushalt" und einer "grandiosen" Turnhallenplanung. Auch er mahnte die Schulsanierung an und bezeichnete den Zustand einiger Straßen in Laup-heim und den Teilorten als "einer Großen Kreisstadt nicht würdig". Auch stoße die von der Stadtverwaltung forcierte Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen wegen des relativ grellen Lichts nicht überall auf Gegenliebe.

OB bittet um Geduld

Gerold Rechle bat die Räte: "Geben Sie uns die Chance, eines nach dem anderen abzuarbeiten." Man werde in Sachen Schulsanierung am Ball bleiben, und in Sachen Bauhof habe man 5000 Euro als Planungsrate für eine Fahrzeuggarage eingestellt. "Wir werden noch in diesem Jahr überlegen, an welchem Standort wir etwas Nachhaltiges machen können", versprach der Oberbürgermeister.

Rita Stetters Fazit lautete deshalb: "Wir sind froh, dass wir so viele unserer angemeldeten Mittel im Haushaltsplan 2018 wiederfinden. Wenn wir jetzt noch die Garage für den Fronmeister bekommen, schweben wir auf Wolke 7."

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Ausgabe Laupheim vom 9.3.2018